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23.05.2012  |  athleten & expeditionen

Thomas Lindinger wiederholt Toni Lamprechts "Antonator, der Vollstrecker"

Ziemlich genau 15 Jahre liegt die Erstbegehung des Antonator an der Atlantiswand in Kochel zurück. 1997 hat Toni Lamprecht sich hier im Fels verewigt und der ‘Nachkommenschaft’ eine Aufgabe hinterlassen, bewertet mit fb 8b. Dokumentiert wurde der Antonator in „Der XI. Grad“ von Udo Neumann und Klem Loskot im Jahr 2000.

Thomas Lindinger hat sich davon inspirieren und anspornen lassen. Er hat den Antonator wiederholt und uns ein kleines, aber feines Video dazu beschert, einzusehen und einzubetten über (Videoquelle https://vimeo.com/39702924, Passwort: antonator).

Wir haben Thomas zu seiner Begehung befragt. Schließlich ist der Antonator nicht irgendein dahergelaufener Strolch, sondern eine echte Persönlichkeit. Und der Grad fb 8b zeugt auch in der heutigen Zeit noch von Charakter!

Passwort für die Video-Vollstreckung: antonator 

 

 

Interview mit Tom Lindinger

Five Ten: Am Ende des Videos schlägst Du die Hände vor dem Gesicht zusammen. Was ging Dir da durch den Kopf?

Thomas Lindinger: Ich hab mich riesig gefreut und zugleich war ich sehr erstaunt, dass ich auf einmal in dem no-hand-rest war und das obwohl die ersten Versuche an dem Tag nicht sehr vielversprechend waren. 

5.10: Wie lange hast Du an dem Projekt gefeilt? Was war die größte Herausforderung dabei?

TL: Ich hab den Boulder schon vor Jahren mal angetestet. Projektiert hab ich ihn aber erst seit Herbst 2011. Ich hab im Herbst 6 oder 7 Tage dort verbracht bis ich vorübergehend nicht mehr motiviert war und bin dann im neuen Jahr mit neuer Motivation wieder mehrmals hingefahren. Auch nochmal ca. 6 Tage bis ich den Antontator dann endlich vollstrecken konnte.

5.10: Wir sehen Dich häufig mit dem Dragon klettern. Wie im übrigen eine Reihe von Wettkampfkletterern auch. Was gibt der Schuh besonderes?

TL: Der Dragon ist wie für mich geschnitten. Er passt wunderbar und ist exakt so weich/hart wie ich mir einen Kletterschuh vorstelle. Man muss ihn kaum einklettern und hat im Vergleich zu anderen Schuhen, welche mir oft zu hart erscheinen ein gutes Gefühl auf den meisten Tritten. Man kann die Tritte regelrecht spüren, was für mich von großer Wichtigkeit ist um schwere Boulder präzise zu klettern.

5.10: Was sind Deine nächsten Ziele? Was dürfen wir in diesem Jahr nach Deinem ersten Videorelease und der Premiere im Wettkampfklettern mit dem dritten Platz bei den Bayerischen Bouldermeisterschaften noch erwarten?

TL: Für mich ist Wettkampfklettern eine nette Abwechslung zum Felsklettern sofern die Wettkämpfe nicht zu weit von München entfernt sind. Diese beschränken sich aber auf ein paar wenige im Jahr.

Mein erstes größeres Videoprojekt mit meinen Freunden der 45 Degrees Crew wird sicher gut ankommen. Wir haben zwar keine großen Namen wie z.B. Daniel Woods zu bieten und sind auch nur Hobbyfilmer, aber dafür sind in unsrem Film einige Boulder zu sehen, die nicht fern der fb 8b+ Marke liegen. Auf klettertechnischer Seite möchte ich das restliche Jahr genießen, da ich mit der Begehung von Antonator bereits mein größtes Projekt für dieses Jahr abgehakt habe."

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Und was sagt der Meister Lamprecht selbst dazu? Der hat sich gefreut wie a Schnitzel, als er von Thomas' Begehung erfahren hat. Denn es gibt nicht viele davon. Tonis Kommentar: „Ist zwar schon lange her seit der Erstbegehung, scheint aber immer noch nicht ganz leicht geworden zu sein...“

 

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Foto: Bruno Axhausen

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